Premium Kunstauktionshaus Schloss Ahlden
1530
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Gottlob Friedrich Steinkopf (1779 Stuttgart - 1861 ebenda)
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Gottlob Friedrich Steinkopf (1779 Stuttgart - 1861 ebenda)
Estimate €80,000 - €160,000
Voluntary lot
Description
Gottlob Friedrich Steinkopf (1779 Stuttgart - 1861 ebenda)
Klassizistische Landschaft mit Kleobis und Biton vor dem Wagen der Kydippe
In dem 1833 entstandenen und von König Wilhelm I. angekauften Werk, das Steinkopf im selben Jahr auf der Kunstausstellung in Stuttgart zeigte, schildert der Maler eine Erzählung aus der griechischen Mythologie. Diese basiert auf den Gesprächen über das menschliche Glück zwischen Solon und Krösus über Geschichte vom Brüderpaar Kleobis und Biton aus dem ersten Buch (Kap. 30) der "Historien" des berühmten griechischen Geschichtsschreibers Herodot: "Die beiden Söhne einer Priesterin sollen die Mutter zu dem vor der Stadt gelegenen Tempel fahren, da aber das Gespann fehlte, spannten sich die Söhne selbst vor den Wagen. Im Tempel selbst angekommen betet die gerührte Mutter zur Gottheit, ihren Kindern das Beste zu geben, was nur zu geben sei, worauf die Söhne sich zum Schlafe legten, um nicht mehr zu erwachen, denn das Beste im Leben sei ein schmerzloser, ungeahnter Tod. Die Szene der im Wagen sitzenden und von den Söhnen gezogenen Priesterin, der das Volke auf dem Wege zum Tempel zujubelt, ist in den Vordergrund verlegt. Auf einer Anhöhe der Tempel, der sonst fast auf jeder der idealen Landschaften als unentbehrliches Versatzstück wiederkehrt, hier aber einmal vom Bildinhalt gefordert ist. Dahinter ein hohes Gebirge, dem auf der anderen Bildseite der Blick auf das Meer gegenübersteht" (Zit. Max Scheffold, siehe Lit.). Schon 1833 hatte das "Morgenblatt für gebildete Stände"/"Kunst-Blatt" das Gemälde gerühmt: "Die Belebung der festlich leuchtenden Natur durch diese wohlgeordneten und meisterlich behandelten Gestalten ist so vollendet als die Landschaft. Wir glauben daran, daß es griechische Himmel ist. der hier sich aufgethan, aber wohl könnten wir durch Hesperien und Levante reisen, und von der Sehnsucht nach dem Anschauen einer solchen Natur fortgetrieben. sie nirgend so in Schönheit und Harmonie lächelnd vor unds ausgebreitet finden. Sie ist so poetisch aufgefaßt und behandelt, als das Ereignis der mythischen Sage von Cleobis und Biton, die hier vorgeht". Steinkopf war in der ersten Hälfte des 19. Jh. der bedeutendste Landschaftsmaler des Schwäbischen Klassizismus. Sein Oeuvre umfasst insbesondere klassisch-"heroische" Landschaften mit idyllisch-arkadischen Charakter, die er mit Figuren sowie mythologischen Szenen staffierte. Steinkopf lernte bei seinem Vater Johann Friedrich Steinkopf, der 1802-1817 als württembergischer Hoftiermaler tätig war. Danach begann er eine Ausbildung als Kupferstecher bei Johann Friedrich Leybold, 1799 folgte er ihm nach Wien und studierte an der dortigen Kunstakademie, wo er sich der Landschaftsmalerei zuwandte. 1807 gewann Steinkopf bei einem Preisausschreiben des in Stuttgart erscheinenden, neu gegründeten "Morgenblatts für gebildete Stände" den zweiten Preis in der Sparte Landschaftsmalerei und der Herausgeber, der bedeutende Verleger Johann Friedrich Cotta, verdoppelte sogar das Preisgeld. Hierdurch konnte Steinkopf die ersehnte Italien-Reise finanzieren; zusammen mit seinem Freund und Schwager, dem Maler und Kupferstecher Karl Jakob Theodor Leybold ging er nach Rom, wo er sich 1807-1814 aufhielt. Dort schloss er sich dem Kreis klassizistischer Maler - Johann Christian Reinhart, Gottlieb Schick und dem berühmten Joseph Anton Koch - an und schuf eine Reihe von arkadischen, "heroischen" Ideallandschaften, die im "Morgenblatt" begeisterte Kritiken fanden. Einer der wichtigsten Sammler seiner römischen und auch späteren Werke wurde aufgrund ihres poetischen Erfindungsreichtums Cotta. 1814 ließ Steinkopf sich erneut in Wien nieder, wo er bis 1821 blieb, bevor er endgültig nach Stuttgart zurückkehrte. Dort galt er lange als führender Landschaftsmaler. In den 1820er Jahre schuf er in Stuttgart nochmals einige "heroische" Landschaften mit antiken und biblischen Motiven sowie einige italienisch inspirierte idyllisch-arkadische Landschaften. Die größte Popularität und Bewunderung errang Steinkopf in der 2. Hälfte der 1820er Jahre mit drei Neckar-Landschaften im Auftrag König Wilhelm I.; 1829 erhielt er mit Gründung der Kunststellung eine Anstellung als Lehrer für das Landschaftsfach, 1833 wurde er zum Professor ernannt und 1845 zum Vorstand der Kunstschule berufen. Öl/Lwd., auf Holz kaschiert. Schauseitig alte Plaketten mit Künstler-Bez., Titel "Klassische Landschaft mit Kleobis und Biton", "L 330", "Leihgabe aus Privatbesitz" sowie weitere Plakette mit Nr. "96" (Nr. der Versteigerung 1922, siehe Provenienz). Verso altes Inventaretikett "Württ. Staatsgalerie Stuttgart Inv. Nr. L 330". 98 cm x 134 cm.
Lit./Ausstellungen (siehe auch Provenienz): Kunstausstellung Stuttgart 1833; "Morgenblatt für gebildete Stände/Kunst-Blatt" Nr. 76,19. September 1833, S. 302; Max Scheffold: "Die württembergische Künstlerfamilie Steinkopf", in "Zeitschrift des Vereins für Kunstwissenschaft", Bd. 6, Berlin 1939, S. 131-161, beschrieben auf S. 153-154.
Provenienz: Sammlung Wilhelm I. von Württemberg (1816 - 1864); in Erbfolge an König Wilhelm II. von Württemberg (1848 - 1921); Versteigerung durch Felix Fleischhauer, Hofkunsthändler, Stuttgart: Kat. 85 "Gemälde, Kunstgegenstände aus dem ehemaligen kgl. Schloss Wilhelma bei Stuttgart: Besitz des + Königs Wilhelm II. von Württemberg", "Auktion 10. Oktober 1922 und folgende Tage im Schloß Rosenstein bei Stuttgart", Nr. 96, Abb. Tafel 16 ("Szene aus der griechischen Mythologie"); Privatsammlung Stuttgart (1949-1954 Leihgabe in der Straatsgalerie Stuttgart); süddeutsche Privatsammlung.
Oil on canvas, laid down on panel. Exhibited 1833 in Stuttgart. Former in the collection of King William I and William II of Württemberg, auctioned in 1922 from the estate of William II. Later in a private collection in Stuttgart and loan to the Staatsgalerie Stuttgart 1949-1954.
About the sale
International Fine Art Auction Sale No. 197 – Part II
Auction location
Auction time
09/05/2026 at 10:00 AM
Pictures credits: Contact the Auction House
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