an image of a painting of a landscape with figures in the foreground
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1531 - Gottlob Friedrich Steinkopf (1779 Stuttgart - 1861 ebenda)

Estimate €80,000 - €160,000
Description
Gottlob Friedrich Steinkopf (1779 Stuttgart - 1861 ebenda) Odysseus vor Nausikaa bei seiner Ankunft auf der Phaiakeninsel (Korfu) 1821 stellte Steinkopf, der bedeutendste Maler des schwäbischen Klassizismus, dieses 1818 in Wien entstandene, große Hauptwerk erstmals in "Danneckers Antikensaal" im Wohn- und Atelierhaus ("Danneckerei") des Bildhauers Johann Heinrich Dannecker in Stuttgart aus. Dort traf sich regelmäßig die geistig-gesellschaftliche Elite - honorable Persönlichkeiten der Kunst, Wissenschaft und Politik, Einwohner der Stadt und Kunstinteressierte sowie fremde Besucher wie Goethe. Das vorliegende Gemälde muss für die Betrachter von 1821 tiefe Eindrücke hinterlassen haben, es wurde ausführlich und brillant in dichterisch-epischer Sprache vom Kunsthistoriker Ludwig Schorn im "Morgenblatt für gebildete Stände/Kunst-Blatt" (Nr. 34, 26. April 1821, S. 133-134) besprochen, das schon früher über den Künstler berichtet hatte: "Gemälde einiger neueren Künstler in Stuttgart. Die erste Stelle verdienen zwey Bilder im Besitz eines hiesigen Privatmanns, beyde von Künstlern, die gegenwärtig in Wien leben, aber geborene Würtemberger sind. (...) Das zweyte Bild ist eine große Landschaft von Steinkopf, dessen Wercke schon mehrmals und kürzlich in diesen Blättern rühmlich erwähnt worden sind. Sowohl was die Schönheit der Composition betrifft, welche hier eine glückliche Einfachheit und Harmonie mit Fülle und Reichthum vereinigt, als in Hinsicht der Beleuchtung, Farbengebung und Ausführung im Einzelnen ist diese Landschaft unstreitig unter die gelungensten dieses Meisters zu zählen. Der phantasievolle Künstler hat die Insel der Phäaken dargestellt, und im Vordergrund Ulyss wie er von Nausikaa Schutz erbittet. Rechts, weithin bis an den Horizont das Meer, nun ruhig und glatt unter dem heitern blauen Himmel, nur der Mastbaum am Ufer deutet auf den vorübergegangenen Sturm. Links auf hohem grün bewachsenem Fels die Stadt des Alkinous. Vor ihr, am Pappelwäldchen der Athene vorbey, zwischen Felsen und Gebüsch hindurch, führt der Weg herab an den Strom. der sich hier in die Meeresbucht ergießt. Die Königstochter mit ihren Mägden und dem Mauthiergespann ist über die Brücke herübergefahren (...) Da tritt Ulysses, nackt, mit dem Lorbeerzweig umhüllt, aus dem Gesträuche hervor, wo er nach Ueberwindung des furchtbaren Sturmes geschlafen; - scheu fliehen die Mädchen, nach dem Wagen hin, nur Nausikaa steht furchtlos und hört des Flehen des Fremdlings. Wir bewundern an diesem Bilde vorzüglich die schöne Vertheilung der Massen, die Ruhe und Harmonie(,) womit es das Auge anspricht, und ganz besonders die sorgfältige, treue und doch weder ängstliche noch harte Ausführung des Einzelnen. Das Bunte ist glücklich vermieden, der Baumschlag luftig und frey, das Wasser, besonders in den beschatteten Partien, klar und spiegelnd; die Ferne weicht duftig zurück, und der klare Ton des Ganzen ist der Nachmittagszeit gemäß, in welche Homer die Scene versezt (...)". Steinkopf lernte bei seinem Vater Johann Friedrich Steinkopf, der 1802-1817 als württembergischer Hoftiermaler tätig war. Danach begann er eine Ausbildung als Kupferstecher bei Johann Friedrich Leybold, 1799 folgte er ihm nach Wien und studierte an der dortigen Kunstakademie, wo er sich der Landschaftsmalerei zuwandte. 1807 gewann Steinkopf bei einem Preisausschreiben des in Stuttgart erscheinenden, neu gegründeten "Morgenblatts für gebildete Stände" den zweiten Preis in der Sparte Landschaftsmalerei und der Herausgeber, der bedeutende Verleger Johann Friedrich Cotta, verdoppelte sogar das Preisgeld. Hierdurch konnte Steinkopf die ersehnte Italien-Reise finanzieren; zusammen mit seinem Freund und Schwager, dem Maler und Kupferstecher Karl Jakob Theodor Leybold ging er nach Rom, wo er sich 1807-1814 aufhielt. Dort schloss er sich dem Kreis klassizistischer Maler - Johann Christian Reinhart, Gottlieb Schick und dem berühmten Joseph Anton Koch - an und schuf eine Reihe von arkadischen, "heroischen" Ideallandschaften, die im "Morgenblatt" begeisterte Kritiken fanden. Einer der wichtigsten Sammler seiner römischen und auch späteren Werke wurde aufgrund ihres poetischen Erfindungsreichtums Cotta. 1814 ließ Steinkopf sich erneut in Wien nieder, wo er bis 1821 blieb, bevor er endgültig nach Stuttgart zurückkehrte. Dort galt er lange als führender Landschaftsmaler. In den 1820er Jahre schuf er in Stuttgart nochmals einige "heroische" Landschaften mit antiken und biblischen Motiven sowie einige italienisch inspirierte idyllisch-arkadische Landschaften. Die größte Popularität und Bewunderung errang Steinkopf in der 2. Hälfte der 1820er Jahre mit drei Neckar-Landschaften im Auftrag König Wilhelm I. 1829 erhielt er mit Gründung der Kunststellung eine Anstellung als Lehrer für das Landschaftsfach, 1833 wurde er zum Professor ernannt und 1845 zum Vorstand der Kunstschule berufen. Öl/Lwd., doubl.; L. u. sign. u. dat. 1818. 90 cm x 114 cm. Rahmen. Lit./Ausstellungen: Danneckers Antikensaal 1821; "Morgenblatt für gebildete Stände/Kunst-Blatt" Nr. 34, 26. April 1821, S. 133-134; Kunstausstellung Stuttgart 1824; "Morgenblatt für gebildete Stände/Kunst-Blatt" Nr. 85, 21. Oktober 1824, S. 338; August Wintterlin: "Württembergische Künstler in Lebensbildern", Stuttgart 1895, S. 225.; Boetticher, Bd. II/2 (1901), S. 818, Nr. 8; Thieme-Becker, Bd. XXXI, Leipzig 1937, S. 568; Max Scheffold: "Die württembergische Künstlerfamilie Steinkopf", in "Zeitschrift des Vereins für Kunstwissenschaft", Bd. 6, Berlin 1939, S. 131-161, beschrieben auf S. 147. Provenienz: 1821 Privatsammlung Stuttgart (wohl Johann Friedrich Cotta); später Sammlung Merkel, Esslingen; in Erbfolge in einer Sammlung in Brixen; seit 1998 in Stuttgarter Sammlung. Oil on canvas, relined. Signed and dated 1818. Exhibited 1821 and 1824 in Stuttgart.
About the sale International Fine Art Auction Sale No. 197 – Part II
Auction location
Auction time 09/05/2026 at 10:00 AM
Pictures credits: Contact the Auction House
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