Premium Kunstauktionshaus Schloss Ahlden
1553
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Carl Spitzweg (1808 München - 1885 ebenda)
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Carl Spitzweg (1808 München - 1885 ebenda)
Estimate €30,000 - €60,000
Voluntary lot
Description
Carl Spitzweg (1808 München - 1885 ebenda)
Lesender Herr im Park
Das Gemälde im leichten Hochformat schildert einen lesenden Herrn im Profil, unterhalb einer dunklen Sphinx-Skulptur auf einem Steinsockel sitzend. Der vom Sonnenlicht angestrahlte, lesende, ältere Herr mit schlohweißem Haar, offenbar ein Jesuit, hält ein Vergrößerungsglas vor das Buch, in weißem Hemd, darüber trägt er eine lange schwarze Jacke und mit dunkelgrauer Hose. Neben ihm auf dem bzw. am Sockel liegend ein Jesuitenhut und ein Regenschirm, der Hintergrund und die rechte Bildseite werden von dicht belaubten Bäumen dominiert, durch die nur oben links ein Durchblick auf den hellblauen Himmel erscheint. Spitzweg schuf um 1850 vier Versionen desselben Motivs (Wichmann Nr. 335-338) - die teilweise auch als "Der Philosoph" betitelt sind. Vorausgegangen waren kurz zuvor um 1848-1850 bereits zwei Varianten ("Der Philosoph im Walde" und "Der Lieblingsplatz", Wichmann Nr. 333-334). Spitzweg, der ursprünglich eine Apothekerlaufbahn verfolgte, widmete sich seit 1835 ausschließlich der Malerei, wurde Mitglied des Münchener Kunstvereins und stellte ab 1839 vielfach erfolgreich aus. Kaiserin Elisabeth v. Österreich und Prinzregent Luitpold gehörten zu seinen Sammlern. Anfangs noch dem Biedermeier verbunden, schilderte er in kleinformatigen, pointenhaften Kabinettbildern mit feinfühligem Humor und grandioser Beobachtungsgabe, das Leben des biedermeierlichen Bürgertums und kauzige Sonderlinge, wie in seinen berühmten Bildern "Der arme Poet" und "Der Bücherwurm". Durch den befreundeten Eduard Schleich, dem Wegbereiter der Freilichtmalerei, unternahm er viele Reisen, so dass er sich später auch verstärkt der Landschaftsmalerei zuwandte. Gemeinsam fuhren sie 1851 nach Paris, wo die Schule von Barbizon großen, nachhaltig prägenden Eindruck auf beide hatte. Spitzwegs Malerei wurde in der Folge immer offener und lichtdurchfluteter, die Figurenstaffage trat mehr und mehr zurück; er fand zu eigenen, fortschrittlichen, dem Impressionismus den Weg ebnenden Tendenzen. Öl/Karton. L. u. sign. mit "S" im Rhombus. 24,8 cm x 19,4 cm. Rahmen.
Vgl./Lit./Wvz.: Günther Roennefahrt: "Carl Spitzweg. Beschreibendes Verzeichnis seiner Gemälde, Ölstudien und Aquarelle", München 1960, Nr. 964; Siegfried Wichmann: "Carl Spitzweg. Verzeichnis der Werke: Gemälde und Aquarelle", Stuttgart 2002, Nr. 335 (dort fälschlich angegeben "Öl/Karton, auf Holz aufgezogen").
Provenienz: Galerie Haberstock, Berlin (1917); Kunsthaus Bühler, Stuttgart (1955); süddeutsche Privatsammlung.
Oil on cardboard. Signed. Mentioned in the catalogue raisonné by Roennefahrt (no. 964) and Wichmann (no. 335).
About the sale
International Fine Art Auction Sale No. 197 – Part II
Auction location
Auction time
09/05/2026 at 10:00 AM
Pictures credits: Contact the Auction House
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