an image of a painting of a group of men riding horses
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1643 - Franz Roubaud (1856 Odessa - 1928 München)

Estimate €80,000 - €160,000
Description
Franz Roubaud (1856 Odessa - 1928 München) Tscherkessen beim Überqueren einer Furt durch einen Fluss In Motiv und Stil charakteristische Darstellung, die eine lichtdurchflutete Landschaft mit höchst lebendig geschilderten Reitern und Pferden verbindet. Roubaud verarbeitete hierin prägende Eindrücke vom Kaukasus, die er bereits als 16- bzw. 17-Jähriger und auf seinen späteren Studienreisen gewann. Zugleich wirken Gemälde wie dieses - in denen die Landschaft des Kaukasus als unendlich und seine Bewohner unbesiegbar erscheinen - gleichsam als malerische Umsetzungen der Erzählungen Tolstois. Das vorliegende Werk zählt zu den besonders beeindruckenden Beispielen im Oeuvre Roubauds, in das er seine ganze künstlerische Meisterschaft hineinlegte. Es dürfte auf dem Höhepunkt seines künstlerischen Schaffens in seiner mittleren Schaffensperiode entstanden sein. Mit sicherem Duktus schildert er eine Szene an einem sonnigen Sommertrag: die Tiefe der impressionistisch aufgefassten, felsigen Hügel- bzw. Berglandschaft stellt er in großen, hell strahlenden Blau- und Violettönen dar, die am Horizont mit dem Himmel verschwimmen. Hier hinein komponierte er virtuos den Reiterzug aus Tscherkessen mit einem Packpferd. Roubaud ging 1877 nach München, wo er 1877/78 bei Carl Theodor von Piloty, Otto Seitz und Wilhelm von Diez und beim bedeutenden Soldatenmaler Joseph von Brandt studierte. 1883/84 und 1886 bereiste er im Auftrag der russischen Regierung bzw. zusammen mit Studienfreunden weite Teile Kaukasiens. 1885 erhielt er den Auftrag zu einem 17-teiligen Bilderzyklus für die Ruhmeshalle in Tiflis. Seit seinem Debüt 1883 stellte Roubaud vielfach u. a. in Berlin, München, Wien, Madrid und Chicago aus und erhielt eine Reihe von Auszeichnungen. 1889 mit dem Adelstitel geehrt, wurde er außer vom bayerischen Prinzregenten Luitpold besonders durch die Zaren Alexander III. und Nikolaus II. gefördert. 1895 erhielt er auf der Großen Berliner Kunstausstellung eine kleine Goldmedaille. Es folgten Aufenthalte in Paris und Sankt Petersburg. Dort war er in den Jahren 1903 bis 1912 Professor an der Kunstakademie. Mit dieser Unterbrechung lebte der Maler in München und in Rimsting am Chiemsee, wo er 1903 ein Anwesen erworben hatte. Die "Neue Münchner Galerie" widmete dem Künstler 1928 eine umfassende Einzelausstellung. Hauptsujet seines Oeuvres blieb zeitlebens der Kaukasus. Wie kein anderer schilderte er die dortige Landschaft, das Volks- und Soldatenleben, besonders Kosaken- und Tscherkessenreiter. Durch sein Talent für räumliche Zusammenhänge und lebendig geschilderte Massenszenen wurde er zugleich einer der bedeutendsten und erfolgreichsten Panoramamaler seiner Zeit, der in monumentalen Panoramen wichtige Ereignisse aus der russischen und kaukasischen Geschichte darstellte. Bekanntestes Werk auf diesem Gebiet ist das 100 Meter lange Panoramagemälde "Die Belagerung von Sewastopol" (1904), für das in Sewastopol ein eigenes Museum errichtet wurde. Außerdem schilderte Roubaud in Panoramen u. a. die Schlacht von Borodino (1912; seit 1962 ausgestellt im Moskauer Panoramamuseum der Schlacht von Borodino) und die Erstürmung des Auls Achulgo im September 1839 (1889/90 in München gemalt). Öl/Lwd., doubl.; R. u. sign.; 58 cm x 82 cm. Rahmen. Lit./Wvz.: Eckart Lingenbauer u. Olga Sugrobova-Roth: Franz Roubaoud. Catalogue raisonné", Köln 2012, S. 144, Nr. 244 mit Abb. Provenienz: Versteigerung Lempertz, Köln (1972); 1996 Galerie Désirée, Inning; süddeutsche Privatsammlung. Oil on canvas, relined. Signed. Mentoined in the catalogue raisonné by Eckart Lingenbauer and Olga Sugrobova-Roth, no. 244.
About the sale International Fine Art Auction Sale No. 197 – Part II
Auction location
Auction time 09/05/2026 at 10:00 AM
Pictures credits: Contact the Auction House
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