a painting of a group of people standing around a fire
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1652 - Carl von Marr (1858 Milwaukee - 1936 München)

Estimate €28,000 - €56,000
Description
Carl von Marr (1858 Milwaukee - 1936 München) Anbetung des Christuskindes Um 1900 wandte sich Marr in beeindruckender Weise mythologischen und religiösen Themen zu. Hierzu gehört auch dieses großformatige, nahezu quadratische Hauptwerk mit der Anbetung des Kindes, bei dem er tiefgründig eine geradezu barocke, metaphysische, traumhafte Inszenierung des Motivs in symbolistischer Weise steigert. Stilistisch verbindet Marr hierbei realistische und impressionistische Stilmittel mit weich-pastosem Farbauftrag und virtuos lockerem Duktus. Die würdevolle Erhabenheit bringt er bereits in der Komposition zum Ausdruck, indem er die vielfigurige Szene in einen gemalten, halbrunden Arkadenbogen mit flankierenden Säulen einfügt, wie man es von alten Altären, aber auch von Kreuzbildern Carl David Friedrichs kennt. Marr befasste sich offensichtlich mit den alten Meistern Des Barock - wie er hier das Licht und Schlagschatten einsetzt und die dichten Gruppen komponiert, erinnert an Rembrandt. Obgleich es eigentlich Abend ist, durchflutet eine mystische, effektvolle Lichtstimmung das ganze Gemälde. Das vom Kind ausgehende, helle Licht erfasst die kniende Maria ebenso wie die Kreise anbetender Engel. Während die meisten Figuren vom Wunder der Geburt weitgehend erstarrt sind, löst sich auf der linken Bildseite eine junge Frau dynamisch aus einer sich auf das Kind zu bewegenden Gruppe. Hierdurch bezieht Marr den empathischen Betrachter mit ein. Über allem ist der von einem goldenen Licht erstrahlende Himmel auf mehreren Raumebenen von Engelsreigen erfüllt. Das vorliegende Gemälde ist um 1898-1901 zu datieren. In engem Zusammenhang steht die monumentale, querformatige "Anbetung des Christuskindes" (um 1898), die aus dem Besitz des Medien-Tycoons William Randolph Hearst in die Marr-Sammlung im Museum of Wisconsin Art in West Bend kam. Marr übernahm im unteren Teil die Grundkomposition, erweiterte diese und gab ihr einen zweiten, wesentlichen Aspekt: in der Bildmitte fügte er als weiteres Hauptmotiv in blaugrauer Grisaille-Malerei Christus am Kreuz ein. Dieser wird nur von dem ihm gegenüber stehenden hl. Franziskus von Assisi gesehen, der in tiefer Anbetung zum Gekreuzigten aufblickt. Dessen Biographie, Spiritualität und Ikonographie hatte sowohl enge Bezüge zum Christuskind als auch zum Gekreuzigte. Marr gelang ein kraftvolles Meisterwerk von vielschichtiger Symbolik, denn die simultane Präsenz der Geburt Christi und Christus am Kreuz verweisen auf die zukünftige Passion. Die gleiche Komposition wie bei unserem Gemälde findet sich auch in der 1901 durch Anna Spier in "Die Kunst unserer Zeit" publizierten Skizze "Kreuzigung und Tod Christi" wieder (wohl ein Entwurf für ein großes Andachtsbild oder Fresko). Bei dieser verwendete Marr das Kreuzigungsmotiv in dreifacher Variation als rahmendes Element. Die Basis für Marrs Kunst bildete seine fundierte künstlerische Ausbildung, wofür er nach Deutschland ging. Nacheinander studierte er an der Kunstschule in Weimar, an der Kunstakademie in Berlin und seit 1877 an der Kunstakademie in München bei Wilhelm von Lindenschmit, Gabriel von Max und Otto Seitz. In der prosperierenden Kunststadt München erwarb sich Marr innerhalb weniger Jahre einen Ruf als bedeutender Genre-, Historien- und Porträtmaler. 1889 gelang ihm mit dem monumentalen Historienbild "Die Flagellanten" der endgültige Durchbruch auf der Ausstellung im Glaspalast (heute im Museum of Wisconsin Art). 1893 wurde Marr selbst Professor an der Münchner Akademie, 1896 erhielt er auf der Großen Berliner Kunstausstellung eine Goldmedaille, 1909 zeichnet man ihn mit dem bayerischen Adel aus. Öl/Lwd., doubl.; R. u. sign.; 198,5 cm x 204 cm. Wohl Originalrahmen. Lit: Anna Spier "Karl Marr", in "Die Kunst unserer Zeit" 1901, I. Halbband, S. 1-39, Abb. S. 30 "Carl Marr. Kreuzigung und Tod Christ (Skizze)". Provenienz: Ehemals im Besitz der Nachfahren des Künstlers; deutsche Privatsammlung. Oil on canvas, relined. Signed. Probably original frame.
About the sale International Fine Art Auction Sale No. 197 – Part II
Auction location
Auction time 09/05/2026 at 10:00 AM
Pictures credits: Contact the Auction House
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