Premium Kunstauktionshaus Schloss Ahlden
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George Minne (1866 Gent - 1941 Sint-Martens-Latem)
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George Minne (1866 Gent - 1941 Sint-Martens-Latem)
Estimate €14,000 - €28,000
Voluntary lot
Description
George Minne (1866 Gent - 1941 Sint-Martens-Latem)
"Mère et enfant VIII"/"Moeder en kind VIII". Originaltitel
Bronze, dunkel patiniert, 1929. Sign. u. dat.; Wvz. Van Puyvelde Nr. 108 Abb. Tafel 131. Expressive, formal auf das Wesentliche konzentrierte Darstellung einer Mutter, die ihr kleines Kind mit beiden Armen umfangend hochhält, wobei ihre Unterschenkel in einer lebendig bewegten Plinthe stehen. Die Gruppe ist somit eindringlicher Ausdruck inniger mütterlicher Liebe, das Kind vor den Gefahren der Welt beschützend und es gleichsam wie der heilige Christopherus durch das bedrohliche Wasser tragend. Der flämische Künstler gehört zu den bedeutendsten Bildhauern seiner Zeit, vergleichbar mit Auguste Rodin und Aristide Maillol, er zog auch nachfolgende Künstler in seinen Bann - u. a. Egon Schiele, Oskar Kokoschka, Käthe Kollwitz und Wilhelm Lehmbruck. Sowohl bei den zarten, frühen, symbolistischen Jünglingsfiguren als auch bei den Mutter-Kind-Skulpturen aus seinem Spätwerk, bildete die menschliche Gestalt als Ausdrucksträger den Mittelpunkt seines bildhauerischen Schaffens. Zwar hatte sich Minne schon seit Ende der 1880er Jahre mit Mutter und Kind-Gruppen befasst, doch erhielt das Thema ab 1914 auch eine persönliche Bedeutung. Während des I. Weltkriegs schuf Minne Hunderte von Kohlezeichnungen, deren zentrales Motiv oft Mütter waren, die ihre Kinder in schützender Umarmung an sich drückten. Minne und seine Frau hielten sich, selbst vor dem Weltkrieg geflüchtet, in Wales auf und warteten voller Sorge auf Nachrichten von ihren beiden ältesten Söhnen, die an der Front standen. Diese aufwühlenden Momente bildeten zweifellos den Ursprung für Minnes erneute künstlerische Inspiration. Die Zeichnungen dienten später als Vorlage für Skulpturen wie "Mutter und Kind". Der gequälte Ausdruck früherer Werke wich einer volumenhafteren Formensprache und einer menschlicheren Zärtlichkeit. Minne studierte 1883-1887 an der Akademie von Gent Malerei bei Théodore-Joseph Canneel und Bildhauerei bei Louis van Biesbroek. Zu seinem Freundeskreis zählten Maurice Maeterlinck, Henry van de Velde und später auch Julius Meier-Graefe, die ihn stark förderten. 1890 stellte er mit der belgischen Künstlergruppe "Les XX" aus, der außer Van de Velde u. a. die Maler James Ensor und Fernand Khnopff angehörten (1891 trat er der Gruppe bei). Im Folgejahr ging Minne nach Paris, um dort Schüler des von ihm bewunderten Rodin zu werden, der ihn allerdings mit der Begründung abwies, dass er ihm nichts mehr beibringen könne. 1895/96 studierte er noch bei Charles van der Stappen an der Akademie Brüssel. Meier-Graefe vertrat Minne in seiner Galerie "La Maison Moderne" in Paris. 1898 zog Minne nach Sint-Martens-Latem, um dort eine eigene Künstlerkolonie zu gründen, die Latemse School, in der sich Symbolisten und später auch Expressionisten zusammenfanden. Zur selben Zeit wurde er auch international bekannt, besonders in Deutschland - 1899 erschien ein hymnischer Artikel von Meier-Graefes in der legendären Zeitschrift "Pan" über Minne und seine Skulpturen wie den berühmten Brunnenaufsatz aus einzelnen knienden Jünglingen (den er 1905/06 in Marmor für das Folkwang-Museum in Hagen realisierte). Die wichtigsten Kunstzeitschriften berichteten danach regelmäßig über Minne, den die "Deutsche Kunst und Dekoration" und die "Kunstchronik" als "enfant terrible" der modernen Bildhauerkunst bezeichneten. 1900 wurde ihm in der VIII. Ausstellung der Wiener Secession ein eigener, von Koloman Moser gestalteter Raum mit 14 Werken gewidmet, in der er auch eine neue Version des "Jünglingsbrunnens" zeigte (und dessen Figuren in bedeutenden Wiener Sammlungen blieben). 1902 war Minne erneut in der Wiener Secession vertreten, 1903 auch in der Berliner Secession. Kurz vor und erneut nach dem I. Weltkrieg lehrte er an der Genter Akademie. 1931 wurde er mit dem Titel eines Barons geehrt; 1923 wurde er korrespondierendes und 1932 volles Mitglied der Académie royale des Sciences, des Lettres et des Beaux-Arts de Belgique. H. 77 cm.
Dark patintated bronze, 1929. Signed and dated. Catalogue raisonné Van Puyvelde no. 108, plate 131.
About the sale
International Fine Art Auction Sale No. 197 – Part III
Auction location
Auction time
09/06/2026 at 10:00 AM
Pictures credits: Contact the Auction House
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