a bronze statue of a man holding a spear in his handa statue of a man with a spear in his handbronze statue of a man holding a spear and standing on a basestatue of a man holding a spear and a sticka close up of a statue of a horse in front of a buildinga statue of a man holding a clock on a pedestal
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2648 - Karl (Carl) Möbius (1876 Borna bei Leipzig - 1953 Berlin)

Estimate €180,000 - €360,000
Description
Karl (Carl) Möbius (1876 Borna bei Leipzig - 1953 Berlin) "Speerwerfer". Originaltitel Bronze, dunkel patiniert, 1912. Sign. "Bildhauer K. Möbius Berlin Friedenau"; Gießer-Inschrift "Guss v. Heinze-Barth Berlin". Abnehmbarer Speer, in mehreren Teilen gegossen. Der gesamte Guss erfolgte wahrscheinlich noch 1914 (vor 1921). Der "Speerwerfer" von Karl Möbius gehört zu den bekanntesten Werken des Bildhauers. Die monumentale, annähernd lebensgroße Plastik zeigt einen auf einer flachen, rechteckigen Plinthe stehenden Athleten kurz bzw. im Moment des Abwurfs voll spannugsreicher Dynamik. Die erste Version des "Speerwerfers" zeigte er auf der Großen Berliner Kunstausstellung im Jahr 1912. Dort präsentierte er zunächst das Gipsmodell zu der Figur des "Speerwerfers" (Kat-Nr. 885). Im Folgejahr 1913 war er mit einem ersten Bronzeguss des "Speerwerfers" in der XI. Internationalen Kunstausstellung im Königlichen Glaspalast in München vertreten (Kat.-Nr. 2124) und 1913 in der Großen Berliner Kunstausstellung (Kat.-Nr. 742), wo er in Berlin hierfür mit der Staatsmedaille ausgezeichnet wurde (1914 war der "Speerwerfer" nochmals in der Großen Berliner Kunstausstellung, Kat.-Nr. 3028). Nach dem I. Weltkrieg beschickte Möbius mit dem "Speerwerfer" 1919 auch die "Juryfreie Ausstellung ehemals feldgrauer Künstler" in der Akademie der Künste in Berlin. Bei dem vorliegenden Exemplar handelt es sich wahrscheinlich um dasjenige, das 1921 erstmals im Volkspark Wilmersdorf aufgestellt wurde und von dem man bisher glaubte, dass es 1944 während des II. Weltkrieges für Rüstungszwecke eingeschmolzen worden sei. Ein weiteres großes Exemplar steht seit 1931 im ehemaligen Dr.-Hans-Hess-Stadion (Allianzstadion) in Berlin-Mariendorf (noch im Original vor Ort). In den 1920er Jahren wurden durch die Gießererei Heinze & Barth auch Reduktionen, also verkleinerte Versionen des "Speerwerfers", in drei Größen (36-38 cm, 60 cm und 80 cm) ausgeführt, deren Plinthen jedoch gebogt-gerundete Schmalseiten erhielten. 1954 ersetzte man den in den Kriegs- und Nachkriegswirren verschollenen Wilmerdorfer "Speerwerfer" durch einen Nachguss, der (vermutlich nach dem originalen Gussmodell) in der Berliner Gießerei W. Geisler ausgeführt wurde. Dieser Neuguss wurde an originaler Stelle wieder im Volkpark aufgestellt, er verlor spätestens in den 1970er Jahren seinen separat gegossenen Speer, der jedoch in jüngerer Zeit wieder ersetzt wurde. Jener Guss von 1954 unterscheidet sich vom vorliegenden Exemplar wesentlich durch die sichtlich abgeschrägten Ecken der rechteckigen Plinthe. Somit ist der vorliegende Guss das einzige Exemplar in Originalgröße und nach dem Originalmodell, das sich in Privatbesitz befindet. Möbius studierte erst an der Kunstgewerbeschule in Dresden, später als Schüler von Professor Peter Breuer (1856 - 1930) an der Kunstakademie Berlin, bevor er als freischaffender Bildhauer in Berlin tätig wurde. Seit er 1904 erstmals die gegen den Herero-Aufstand aufmarschierenden Verstärkungstruppen der sog. Schutztruppe für Deutsch-Südwestafrika in Berlin gesehen hatte, ließ ihn das Kolonialthema nicht mehr los und er wurde einer der profiliertesten und bekanntesten "Kolonialbildhauer". 1907 stellte er wohl erstmals in der Großen Berliner Kunstausstellung die Bronze "Feind in Sicht" aus, im selben Jahr schuf er bekannte, höchst populäre Bronzestatuette "Schutztruppler auf Patrouille". 1911 entstand nach dem Tode des bekannten Offiziers der Kameruner "Schutztruppe", Hans Dominik, ein Relief für die Grabanlage im Berliner Apostelfriedhof, das auch als verkleinerte Version vervielfältigt wurde, so dass er von Kameruner Handelsfirmen den Auftrag für ein Dominik-Denkmal in Kribi/Kamerun erhielt. Möbius selbst reiste 1912 zur Enthüllung nach Kamerun. Diesen Afrika-Aufenthalt nutzte Möbius, um dort die indigenen Afrikaner zu studieren, die er später in Plastiken umsetzte. 1914 beauftragte man ihn schließlich mit einem Denkmal für den berüchtigten Dr. Carl Peters, das für Daressalam geplant war. Auch nach dem I. Weltkrieg blieb Möbius ein gefragter Denkmalbildhauer (u. a. für weitere Kolonialdenkmäler), daneben schuf er auch Kleinbronzen. Im "Dritten Reich" arrangierte er sich als poltisch überzeugter Künstler mit dem neuem NS-Regime, nachdem er 1932 in die NSDAP und 1933 in die SA eingetreten war. H. 151 cm (ohne Speer) bzw. H. 181 cm (mit Speer). Die Kunstgießerei Heinze & Barth wurde am 01. Juli 1912 von Gustav Heinze und Gustav Barth in Berlin-Schmargendorf gegründet; diese existierte unter diesem Namen noch bis 1937; 1938 führte Gustav Heinze die Gießerei unter anderer Adresse in Berlin-Schöneberg weiter (schon 1929 hatte auch Richard Barth eine eigene Gießerei in Berlin-Mariendorf gegründet). Dies ist ein zweifelsfreier Beweis, das der Guss dieser Bronze vor 1937 erfolgte. Die Gießerei Heinze & Barth gehörte in Berlin zu den renommierten Firmen, sie führte Bronzeplastiken verschiedener Künstler aus, auch von Alexander Archipenko. /V/Lit./Vgl. zu K. Möbius den Online-Arikel von Arne Schöfert: "Karl Möbius - Ein deutscher Bildhauer", unter www.reichskolonialamt.de/download/pdf/karl-moebius-ein-deutscher-bildhauer_2026.pdf. Provenienz: 1921-um 1944 wohl Aufstellung im Volkspark Wilmerdor; 1944 auf Anordnung der nationalsozialistischen Regierung in eine Bildgießerei im Osten Berlins gebracht, um dort zu Kriegszwecken eingeschmolzen zu werden, das Einschmelzen wurde von der beauftragten Gießerei jedoch nicht durchgeführt,die Plastik stand bei der Gießerei für die folgenden Jahrzehnte und wurde Anfang der 1990er Jahre dort von einem Brauereibesitzers aus Franken für dessen Sammlung gekauft; 2024 vom vorigen erworben, seitdem in süddeutscher Privatsammlung. Dark patinated bronze, 1912. Signed "Bildhauer K. Möbius Berlin Friedenau", inscribed by the foundry "Guss v. Heinze-Barth Berlin". Cast probably from 1914 (absolutely certain before 1937) and formerly positioned 1921-1944 in the Volkspark in Berlin-Wilmerdorf.
About the sale International Fine Art Auction Sale No. 197 – Part III
Auction location
Auction time 09/06/2026 at 10:00 AM
Pictures credits: Contact the Auction House
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