bronze sculpture of a woman with a goat on her backstatue of a woman with a hat on her head and a dress on her backstatue of a man holding a basket on his heada close up of a statue of a man with a hat ona painting on the side of a building with a fire hydrant in front of it
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2650 - Ernst Barlach (1870 Wedel i. Holstein - 1938 Güstrow)

Estimate €39,000 - €78,000
Description
Ernst Barlach (1870 Wedel i. Holstein - 1938 Güstrow) "Der Rächer". Originaltitel Bronze, in nuancierten, braunen und hellgrünen Tönen patiniert, 1914. Sign.; Gießerstempel "H. NOACK BERLIN". Wvz. Schult 167; Laur II 0229, 2. Auflage: 8 teilweise nummerierte Exemplare zwischen 1930 und 1934, 22 unnummerierte Exemplare nach 1945. Im September/Oktober 1914 schuf Barlach den "Rächer" zunächst als Werkmodell in Gips. Dieses Gipsmodell war sowohl 1922 Vorlage für die Ausführung in Lindenholz als auch 1930 für die von der Galerie Flechtheim, Berlin, angekündigte Auflage von 10 Exemplaren, die laut Kat. "unter Aufsicht des Künstlers bei Hermann Noack in Berlin" gegossen wurde. Diese Auflage wurde mit 8 jedoch nicht ganz ausgeschöpft. Schon 1931 kaufte auch das Kunsthaus Zürich ein Exemplar auf der "Internationalen Plastik-Ausstellung" in Zürich; auch das Exemplar im Museum Ludwig kann zu den seltenen frühen Güssen von 1930-1934 gezählt werden; Weitere Güsse sind erst wieder nach 1945 entstanden. Irrtümlich wurde das Entstehungsjahr 1922 der Holzskulptur bzw. das Jahr der ersten Publikation 1923, später auch auf einige der Bronzegüsse übertragen. "Der Rächer" gehört zweifellos zu den bedeutendsten und für das gesamte Oeuvre charakteristischsten Plastiken des Bildhauers. Die Expressivität und Dynamik hat Barlach im Vergleich zu seiner 1910 entstandenen Holzskulptur "Der Berserker" immens gesteigert. Während der "Berserker" noch einen breiten, festen Stand hat, so scheint der "Rächer" durch seinen weit nach vorne geschobenen Oberkörper gleichsam wie ein Rachengel der Apokalpyse die Gesetze der Schwerkraft aufheben zu wollen und über dem quaderförmigen Block der Plinthe zu schweben. "Der Rächer" ist von einer entschlossenen Bessenheit und aggressiven Energie ergriffen, hierbei einen Säbel im heftigen Akt des niederfahrenden Angriffs weiter hinter sich bzw. vielmehr horizontal über sich ausholend. Durch diese Heftigkeit des Vorstossens ist auch das "Standbein" kaum mehr als solches zu bezeichen, alles an der Figur befindet sich in der Waagerechten. Scharfkantig gratige Formen, aus denen Barlach die Figur zusammenfügte - besonders die strahlenförmig zum Kopf führenden Dreiecke des langen Mantels, verleihen als Kraftlinien dem "Rächer" eine zusätzliche optische dynamische Vorwärtsbewegung. Hieran wird offensichtlich, dass sich der Bildhauer Barlach auch mit den neuen Stilmerkmalen und Gestaltungsprinzipien des Kubismus und Futurismus auseinandersetzte. 44 cm x 58,3 cm x 21 cm. Weitere Exemplare von Bronzegüssen befinden sich u. a. in folgenden Museen: Museum Ludwig, Köln; Kunsthaus, Zürich; Leopold Museum, Wien; Busch-Reisinger Museum, Harvard University Art Museums, Cambridge/Mass.; Folkwang Museum, Essen; Ernst Barlach Haus, Hamburg; Israel Museum, Jerusalem; Gedenkstätte Ratzeburg; Saarland-Museum, Saarbrücken; Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen; Städtisches Museum, Rostock; Barlach-Haus, Hamburg; Tate Gallery, Liverpool; Hirshhorn Museum and Sculpture Garden, Smithsonian Institution, Washington, D.C.; Buffalo AKG Art Museum, New York; Minneapolis Institute of Art Collection. Lit. (in Auswahl): "Kunst und Künstler", XXI. Jahrgang Abb. S. 297 (Lindenholz-Version); "Deutsche Kunst und Dekoration", 52. Jahrgang, Abb. S. 261 (Lindenholz-Version); Kunstsalon Paul Cassirer, Berlin, Kat. "Sonderausstellung Holzbildwerke Ernst Barlach", Nr. 23, Abb. Umschlag-Titelblatt (Lindenholz-Version); Galerie Alfred Flechtheim, Berlin u. Düsseldorf, November/Dezember 1930, Kat. "Bronzen von Ernst Barlach", Nr. 10 (dort fälschlich 1923 dat.); Galerie Ferdinand Möller, Berlin, Juli-September 1933, Kat. "Ausstellung 30 deutsche Künstler", Nr. 2; Galerie Rudolf Hoffmann, Hamburg, Oktober-November 1948, Kat. "Ernst Barlach - Gedächtnisausstellung zum 10jährigen Todestag", Nr. 9; Friedrich Schult: "Ernst Barlach. Werkverzeichnis Band 1. Das plastische Werk", Hamburg 1960, Nr. 167; Elisabeth Laur: "Ernst Barlach. Werkverzeichnis II. Das plastische Werk", hrsg. von der Ernst-Barlach-Stiftung Güstrow 2006, Nr. 0229,2. Brown and light green patinated bronze, 1914. Signed. Foundry stamp "H. NOACK BERLIN". Cast after 1945 in an edition of 22 (of a the total edition is 30).
About the sale International Fine Art Auction Sale No. 197 – Part III
Auction location
Auction time 09/06/2026 at 10:00 AM
Pictures credits: Contact the Auction House
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