Premium Kunstauktionshaus Schloss Ahlden
2651
-
Georg Kolbe (1877 Waldheim - 1947 Berlin)
2651
-
Georg Kolbe (1877 Waldheim - 1947 Berlin)
Estimate €60,000 - €120,000
Voluntary lot
Description
Georg Kolbe (1877 Waldheim - 1947 Berlin)
"Ringkampf" (auch betitelt "Mann und Weib, miteinander ringend")
Bronze, dunkelbraun patiniert, 1913. Auf der Plinthe mit dem Monogramm sowie verso mit dem Gießerstempel "H. NOACK BERLIN" versehen. Posthumer Guss aus dem Jahr 2010/11, welcher von der Bildgießerei Hermann Noack, Berlin, vom Original-Gipsmodell aus dem Jahr 1913 abgenommen wurde. Dieses befindet sich heute in der Sammlung des Georg-Kolbe-Museums, Berlin. Die geplante Auflage betrug 4 Exemplare, wovon wahrscheinlich 2 oder 3 Güsse ausgeführt wurden. Die Gruppe mit der Darstellung eines gewaltsamen Frauenraubes - der Mann als Akt, die vor ihm stehende Frau als Halbakt - schuf Kolbe 1913 ursprünglich wohl für eine geplante Brunnengruppe, die 1914 auf der legendären Kölner Werkbundausstellung ausgestellt werden sollte. Kurz zuvor hatte er 1912 mit seiner später von der Nationalgalerie erworbenen "Tänzerin" in der Berliner Secession den künstlerischen Durchbruch erlangt. Das schon in der antiken Mythologie geschilderte Thema des Raubes bzw. der Entführung wurde nach der Renaissance erneut besonders Anfang des 20. Jh. virulent - bei Franz von Stuck, Lovis Corinth und den Expressionisten wie Ernst-Ludwig Kirchner. Hierin ließ in Zusammenhang mit der Wiedergabe von Akten das archaische Ringen der Geschlechter, urwüchsige Triebe, männliche, rohe Gewalt und Instinkte schildern, welche bewusst die gesellschaftlichen und künstlerischen Konventionen der Zeit sprengten. Oskar Kokokscha und Paul Hindemith haben es 1907-1921 in "Mörder, Hoffnung der Frauen" höchst brutal und exzessiv gesteigert. Auch im Frühwerk Georg Kolbes kommen miteinander kämpfende Paare häufig vor, besonders in zeichnerischen Skizzen. In den Jahren 1916-1919 folgten dem vorliegenden "Ringkampf" zwei thematisch verwandte Bronze-Fassungen des "Frauenraubs". In der Weimarer Republik avancierte Kolbe zu einem der bedeutendsten Bildhauer: 1919 wurde er als Mitglied in der Preußischen Akademie der Künste aufgenommen; 1919-1921 wirkte er als Präsident der Freien Secession Berlin, 1921 erhielt Kolbe eine große Ausstellung in der Galerie Cassirer und 1922 erschien die Monographie von Wilhelm Reinhold Valentiner im Kurt Wolff-Verlag. In der 2. Hälfte der 1920er Jahre wurden seine Werke in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, einige seiner erfolgreichen Plastiken wurden erstmals auch in größeren Auflagen gegossen. 35,4cm x 30 cm x 16 cm.
Beigefügt Expertise für das Gipsmodell von Frau Dr. Ursel Berger, Georg Kolbe Museum, Berlin, vom 19.2.1979 (in Kopie).
Provenienz (für das Gipsmodell): Sammlung Alfred Dietrich (Freund und ausführender Steinmetz des Künstlers, direkt vom Künstler erhalten); Privatsammlung Hessen (Nachfahren des Vorgenannten); seit 2011 im Georg Kolbe Museum, Berlin, Wvz.-Nr. W 30.010, Inv-Nr. Gi 353.
Provenienz (für die Bronze): Auktion Ketterer, München, 11./13.06.2015, Lot 18; süddeutsche Privatsammlung.
Dark brown patinted bronze, 1913. Monogrammed. Foundry stamp "H. NOACK BERLIN". Posthumous cast in an edition of 4, executed in 2010/11 after the original plaster model from 1913 (since 2011 in the Georg Kolbe Musem in Berlin).
About the sale
International Fine Art Auction Sale No. 197 – Part III
Auction location
Auction time
09/06/2026 at 10:00 AM
Pictures credits: Contact the Auction House
You may also like