Premium Kunstauktionshaus Schloss Ahlden
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Josef Thorak (1889 Wien - 1952 Schloss Hartmannsberg/Bad End…
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Josef Thorak (1889 Wien - 1952 Schloss Hartmannsberg/Bad End…
Estimate €60,000 - €120,000
Voluntary lot
Description
Josef Thorak (1889 Wien - 1952 Schloss Hartmannsberg/Bad Endorf)
"Schreitendes Pferd" (auch betitelt "Pferd")
Bronze, dunkle, annähernd schwarze Patina, 1938/39. Sign. "THORAK". Auf einer flachen, rechteckigen Plinthe stehender Hengst in kraftvoll verhaltener Pose mit erhobenem Kopf. 1939 hatte Thorak in der "Großen Deutschen Kunstausstellung" im Haus der Kunst in München eine 3 m große Monumental-Version des "Schreitenden Pferds" ausgestellt (das aus dem Besitz der Witwe Thoraks 1961 in den Schufhof des Gymnasiums in Ising kam). Zugleich schmückten zwei weitere "Scheritende Pferde" als berühmt-berüchtigtes Figurenpaar seit 1939 die Treppenaufgänge von Hitlers Neuer Reichskanzlei in Berlin zur Gartenseite. Diese Pferde symbolisieren in ihrer formal heroisch-pathetischen Gestaltung gleich zu Kriegsbeginn auch den Anspruch des NS-Regimes und "Dritten Reiches" auf Weltherrschaft. Ein annähernd gleiches Pferd verwendete Thorak 1940 auch für seinen "Bannerträger", der zusammen mit dem ebenso pathetisch-martialischen "Schwertträger" als Gegenstück die Partei und die Wehrmacht symbolisieren sollten und als Skulpturen für die Eingangsfront am "Märzfeld" des Reichsparteitagsgeländes in Nürnberg vorgesehen waren. Hatte Thorak während der Weimarer Republik noch einen durchaus modernen Stil gepflegt, der ihm 1928 den Staatspreis der Preußischen Akademie der Künste einbrachte, wandelte er sich seit 1933 schlagartig. Er avancierte durch seine Monumentalskulpturen zu den vom NS-Regime geförderten und meist beschäftigen Staatsbildhauern, er wurde einer der Lieblingsbildhauer Adolf Hitlers. Seine persönliche Haltung und sein Stil entsprachen ganz den offiziellen NS-Vorstellungen: 1934 gehörte er zu den Unterzeichnern des "Aufrufs der Kulturschaffenden" für Adolf Hitler und bereits 1935 zeigte das Amt des NS-Chefideologen Alfred Rosenberg eine große Werkschau Thoraks in Berlin. 1936 schuf Thorak die Bronzeplastik "Faustkämpfer" für das Reichssportfeld der Olympischen Spiele in Berlin; 1937 folgten zwei Figurengruppen vor dem Deutschen Pavillon auf der Pariser Weltausstellung, die Hitler als "Meisterleistung" rühmte. Dieser ernannte ihn zum Leiter einer Meisterklasse an der Akademie in München. Regelmäßig beschickte Thorak 1937-1944 die Große Deutsche Kunstausstellung in München. 1938-1941 ließ Hitler für Thorak im oberbayerischen Baldham ein riesiges Atelier nach Plänen Albert Speers für seine bis zu 17 m hohen Skulpturen bauen. Bis zum Kriegsende blieb Thorak vom Kriegsdienst befreit, da er nicht nur auf der 1944 von Hitler erstellten "Gottbegnadeten-Liste", sondern auch auf der Sonderliste der zwölf wichtigsten "unersetzlichen" bildenden Künstler stand. Die Patina durch Außenaufstellung partiell berieben. Ca. 87 cm x 97 cm x 28 cm.
Provenienz: Süddeutsche Privatsammlung, erworben vor ca. 50 Jahren aus einer Firmensammlung in der Oberpfalz.
Bronze with dark nearly black patina, circa 1938/39. Signed "THORAK". Patina rubbed to the base.
About the sale
International Fine Art Auction Sale No. 197 – Part III
Auction location
Auction time
09/06/2026 at 10:00 AM
Pictures credits: Contact the Auction House
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