Premium Kunstauktionshaus Schloss Ahlden
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Niki de Saint Phalle (1930 Neuilly-sur-Seine - 2002 San Dieg…
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Niki de Saint Phalle (1930 Neuilly-sur-Seine - 2002 San Dieg…
Estimate €50,000 - €100,000
Voluntary lot
Description
Niki de Saint Phalle (1930 Neuilly-sur-Seine - 2002 San Diego)
"Les baigneurs". Originaltitel
Polyester, polychrom gefasst, 1980/81. Auf der Standfläche geprägter Signaturstempel "Niki", Nummerierung 100/150 sowie Prägestempel der Polyester-Manufaktur "PLASTIQUES D'ART R. HALIGON". Exemplar aus der Auflage von 150 Exemplaren (es gab überdies 20 Künstlerexemplare), ausgeführt von Robert Haligon, Mandres les Roses, Frankreich. Auch durch die leuchtende Farbigkeit der Bemalung mit Herz und den Blumenmotiven eine große, Lebensfreude zum Ausdruck bringende, "Nana"-Gruppe mit der Darstellung eines badenden Paares in tänzerischer Pose, der Mann einen Ball in der Hand haltend. Eine überlebensgroße, leicht abgewandelte Version von "Les Baigneurs" befindet sich im Skulpturenpark der Fondation Pierre Gianassa in Martigny. Nachdem Niki de Saint Phalle in ihrem Frühwerk, nicht zuletzt durch Performances mit drastischen, agressiven, feministischen Schießaktionen und -Bildern, auf sich aufmerksam gemacht hatte, fand sie Mitte der 1960er-Jahre zu ihren charakteristischen "Nanas": üppige, weibliche, durchaus sinnliche, vollplastische Frauenfiguren (wie hier gelegentlich von einem Partner begleitet), die sie seit 1967 auch in Polyester umsetzte. Im Laufe der Zeit wurden diese Figuren immer fröhlicher, verspielter und farbenfroher, nahmen in der Folgezeit auch größere Dimensionen an und wurden auch als Außenskulpturen konzipiert. Hierbei nahmen sie sogar ekstatische Tanzposen und akrobatische Positionen wie Handstände und Radschläge ein. Zu einerm legendären Kunstskandal führte 1966 eine temporäre Installation: Auf Veranlassung des Direktors Pontus Hultén (unter Mitarbeit ihres späteren zweiten Ehemanns Jean Tinguely, den sie 1955 kennengelernt hatte) und des Schweden Per Olof Ultvedt schuf Niki de Saint Phalle im Stockholmer Moderna Museet eine monumentale, 29 Meter lange, liegende, schwangere "Nana"-Skulptur mit dem Namen "Hon" (schwedisch: "Sie"), die durch die Vagina betreten werden konnte und in deren Innerem sich u.a. eine Bar und ein Kino befanden. Auf einem der massiven Oberschenkel von "Hon" stand das Motto "Honi soit qui mal y pense" ("Wer schlecht darüber denkt, soll beschämt werden"). Nach anfänglichem Erstaunen und Schweigen löste die Installation weltweit umfangreiche öffentliche Kommentare in Zeitschriften und Zeitungen aus, die nur zur Steigerung der Bekanntheit des Moderna Museet und von Niki de Saint Phalle selbst beitrugen. Über 100.000 Besucher, darunter viele Kinder, strömten in die Ausstellung, um die immersive Installation zu erleben. Nach einer Präsentation ihrer "Nanas" während der 4. documenta 1968 in Kassel wurde sie in Deutschland 1974 durch die drei monumentalen "Nana"-Statuen berühmt, die am Ufer der Leine in Hannover aufgestellt wurden. Die Stadtverwaltung wurde zunächst mit über 20.000 Beschwerdebriefen überschwemmt, doch schließlich erhielten die Figuren liebevoll die Spitznamen "Sophie", "Charlotte" und "Caroline" zu Ehren dreier historischer Frauen der Stadt. Der Streit zwischen Befürwortern und Gegnern der Statuen wurde durch ein Tauziehen beigelegt. Heute sind die "Nanas" Teil der Skulpturenmeile in Hannover und aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken. 46,5 cm x 47 cm x 30 cm.
Über 25 Jahre hinweg pflegte Niki de Saint Phalle eine intensive Zusammenarbeit mit der Handwerkerfamilie Haligon, welche für sie rund 3000 Plastiken, darunter sowohl grossformatige für den Aussenbereich als auch kleinere Multiples in limitierten Auflagen umsetzte, zum Teil unter direkter Aufsicht der Künstlerin. Robert Haligon begegnete Niki de Saint Phalles Werk erstmals auf der Weltausstellung 1967 in Montreal, wo sie und Jean Tinguely ihr "Paradis fantastique" präsentierten. Die Familie Haligon hatte sich bereits zuvor bei Arbeiten von César, Jean Dubuffet und Joan Miró auf die neuartige Verwendung von laminiertem Polyesterharz eingelassen. Haligon und Niki de Saint Phalle erkannten die Vorteile, die das neue Material mit sich zu bringen versprach und begannen so 1971/72 eine äußerst fruchtbare Zusammenarbeit. Niki de Saint Phalle bildete die Tochter Marie Haligon sogar persönlich in der Bemalung ihrer Skulpturen aus. Um die Haltbarkeit der Farben auf ihren Skulpturen auch im Außenbereich zu verbessern, war sie gezwungen, glänzende Oberflächen zu verwenden. Mit der Zeit gefiel ihr dieser glänzende Effekt, und sie begann auch Spiegel und Mosaiksteine in ihre Kunstwerke zu integrieren.
Polychrome painted polyester resin sculpture, 1980/81. Impressed signature stamp "Niki", numbered 100/150 and impressed mark of the studio "PLASTIQUES D'ART R. HALIGON" (Robert Haligon, Mandres les Roses, Francee).
About the sale
International Fine Art Auction Sale No. 197 – Part III
Auction location
Auction time
09/06/2026 at 10:00 AM
Pictures credits: Contact the Auction House
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